221
hinterlaſſen habe, und daß er ſomit deſſen großes Ver⸗ mögen in Beſitz nehmen könne.
Zu dieſem Vermögen gehörte namentlich das Rit⸗ tergut Alſenſtein im Kreiſe Buchberg, an die Beſitzung des Majors Soren grenzend, das der Verwandte bis⸗ her hatte bewirthſchaften laſſen.
Herr von Wüſtenbrink war ſchon im Beſitz eines nicht unbedeutenden Vermögens, er legte deshalb keinen allzu großen Werth auf dieſe Erbſchaft, wogegen ſeine Frau darauf drang, ſobald als möglich das Gut in Augenſchein zu nehmen und, falls es in einer ſchö⸗ nen Gegend liege, alljährlich einige Sommermonate daſelbſt zu verleben.
Die Entfernung zwiſchen K. und Alſenſtein be⸗ trug eine Tagereiſe, deshalb konnte ſich der General nicht ſogleich entſchließen, den Wünſchen ſeiner Frau nachzugeben, er vertröſtete ſie auf eine gelegenere Zeit und überließ die Bewirthſchaftung des Guts ebenfalls den nun in ſeinen Dienſt getretenen Leuten.
Doch mitunter wird das, was heute dem Menſchen unbequem und unausführbar erſcheint, morgen zur un⸗ abweislichen Nothwendigkeit für ihn.
Der General hatte ſchon ſeit längerer Zeit auf Avancement gerechnet, ſtatt deſſen erhielt er plötzlich


