211
Es iſt gut ſo; man iſt thöricht, wenn man zu ſehr an einem Stande hängt.“
Und wieder lag Arthur an der Bruſt des Greiſes.
Nachdem ſich der Sturm der Freude langſam ge⸗ legt, die liebevolle Mutter ſich endlich in ihr Glück gefunden und der Vater zu verſchiedenen Malen die erbleichten Wangen ſeines Sohnes geſtreichelt, mußte dieſer einen getreuen Bericht von den ſieben Jahren ablegen, die er fern vom älterlichen Hauſe verbracht hatte. Er that dies ohne Zögern und überzeugte da⸗ durch die Seinen immer mehr, wie werth er ihrer Liebe und Achtung ſei.
„Da iſt es kein Wunder, wenn Du mit ſiebenund⸗ zwanzig Jahren die Jugendfriſche verloren, mein Sohn“, meinte der Major;„Du haſt geleiſtet, was Dir ſo leicht Niemand nachmacht. Aber den Ernſt, den Du ange⸗ nommen, mußt Du hier bei uns ablegen, obgleich er Dich ganz vortrefflich kleidet. Jetzt ſollſt Du Dich er⸗ holen. Du bleibſt doch vorläufig hier bei uns in Hü⸗ nenburg?“
„Einige Wochen werde ich wohl in Eurer lieben Geſellſchaft verleben können, wenn nicht ein unvorher⸗ geſehener Fall eintritt, doch dann muß ich einem Rufe nach der Provinz Sachſen folgen, um einen größern
Wegebau zu leiten“ erwiderte Arthur. 14*


