Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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ſchilderte ihm offen und frei den Zuſtand ihres Her⸗ zens, ihn anflehend, auf jeden Fall am Abend ſie noch⸗ mals aufzuſuchen und ihr mündlich zu ſagen, was ihn zu ſeinem Benehmen veranlaſſe. Den Brief ſandte ſie ungeſäumt durch eine ihr ergebene Dienerin ab.

Acht lange Tage war Arthur ſeinem Vorſatze treu geblieben, Adelheid nicht wieder aufzuſuchen; die ſchrecklichſte und ſchwerſte Zeit der Trennung war überſtanden, ſein Herz gewöhnte ſich langſam an die Leere, die in ihm wohnte, und wenn er ſich auch nie ſo ganz unglücklich und verlaſſen gefühlt wie in die⸗ ſen Tagen, ſo hielt ihn doch das Bewußtſein aufrecht, daß er als Ehrenmann handle. Freilich waren ſeine Wangen etwas bleicher geworden und ſein Auge blickte nicht mehr ganz ſo lebensmuthig um ſich wie ehemals, aber er wankte doch nicht in der Erfüllung ſeiner Pflicht.

Da, als er eben ſich rüſtete, um, wie jetzt häufig, ein öffentliches Lokal aufzuſuchen, klopfte es leiſe und ſchüchtern an ſeine Stubenthür, und hereintrat die Dienerin Adelheid's.

Arthur zuckte leicht zuſammen, als er das ihm bekannte Geſicht erblickte; er war ſo verwirrt, daß er gar nicht auf die Anrede des jungen Mädchens achtete. Ohne zu wiſſen, wie ihm eigentlich geſchah⸗