Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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nahm er das an ihn gerichtete zierliche Billet in Empfang und kam erſt zur Beſinnung, als er wieder allein war.

Mehrmals durchlas der Lieutenant den Inhalt des Briefes, zuweilen ſchmerzliche Seufzer ausſtoßend; dann preßte er das Papier an ſeine Lippen, bedeckte die Augen mit den Händen und blieb lange Zeit un⸗ beweglich ſitzen, als fürchte er ſich, durch eine Regung den Schmerz ſeiner Seele zu verrathen.

Ein ſchwerer Kampf mußte die Bruſt des Jüng⸗ lings durchzogen haben, denn als er nach Verlauf von einer halben Stunde ſich emporrichtete, waren ſeine Geſichtszüge ſo ernſt und feſt, ein Zug ſo bittern Wehs ſpielte um ſeinen Mund, daß ein Beobachter ſicher ge⸗ glaubt hätte, er habe einen Mann vor ſich, der wenig⸗ ſtens zehn Jahre mehr zählte als der junge Offizier.

Der Nachmittag verſtrich, aber Arthur ging nicht, wie er erſt beabſichtigt, in eine Weinſtube, wo er eine Anzahl ſeiner Kameraden verſammelt wußte, ſondern verriegelte das Zimmer und blieb zu Hauſe. Der Ernſt von ſeiner Stirn wich auch jetzt nicht, als er ſich in eine Sophaecke lehnte und den eigenen Ge⸗ danken überließ.

Die Dunkelheit eines Spätſommer⸗Abends begann bereits um ſich zu greifen, als Arthur haſtig empor⸗