Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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Adelheid war ſo empört über die Beſchuldigungen, die ihr Geliebter, den ſie für den Inbegriff alles Edlen hielt, erfahren, daß ſie unfähig war zu antworten. Heimlichen Groll gegen die Aeltern im Herzen, begab ſie ſich auf ihr Schlafzimmer, ohne wie es ſonſt wohl geſchehen den Verſuch zu machen, ihre Anſichten und Empfindungen zu vertheidigen.

Inzwiſchen hatte Arthur den Garten verlaſſen, in den er ſo verſtohlen gedrungen, und ſchritt langſam ſeiner Wohnung zu. In ſeinem Herzen kämpfte die Liebe mit der Pflicht; aber die erſtere war nicht ſtark genug, das Ehrgefühl des Jünglings zu beſiegen; er

5 blieb bei dem Vorſatze, Adelheid künftig zu meiden, da⸗ mit ſie mit der Zeit den Herzensfrieden wiedergewinne, ihre Aeltern nicht genöthigt ſeien, ihn mit Haß zu ver⸗ folgen, und er ſelber ſich mehr als in letzter Zeit den Wiſſenſchaften widmen könne, die ihm noch immer, trotz ſeiner Schwärmerei, am Herzen lagen. Als er ziemlich ſpät in der gut eingerichteten eigenen Wohnung ankam, war die Aufregung, welche ihn bei den Worten des alten Obriſtlieutenants ergriffen, von ihm gewichen und hatte einem tiefen Ernſt, einer Reihe der verſchieden⸗ artigſten Gedanken Platz gemacht; in dem Kopfe des Secondelieutenants bereiteten ſich weitgreifende Pläne für die Zukunft vor.