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Frau Liewe nannte den Tag und die Stunde ihres Todes.
„Großer Gott!“ flüſterte darauf der Graf vor ſich hin, indem ſein Herz erbebte.„Um dieſelbe Zeit hörte ich meinen Namen von ihr rufen.“
Dieſes Bewußtſein war vielleicht die Hauptveran⸗ laſſung dazu, daß Sacco fortan ein völlig in ſich ge⸗ kehrter Menſch wurde und für keinerlei Geſelligkeit mehr zugänglich war.
Noch geraume Zeit, nachdem Frau Liewe ihre Er⸗ zählung beendet, ſaß der Graf da, ſtumm vor ſich niederblickend, bis er endlich, wie aus einem wüſten Traum erwachend, heftig zuſammenſchrak, aufſprang und ohne Gruß hinauswankte.
Selbſt vom maßloſen Kummer zu Boden gedrückt, folgte ihm Frau Liewe ſchweigend bis zur Hausthür. Sie ſah, wie er den Weg nach dem Friedhof ein⸗ ſchlug.
Ach, jetzt war ſie ſich bewußt, wie ſie mit ihrer kalten Berechnung das Lebensglück zweier guten Men⸗ ſchen zerſtört hatte, ſie hatte eingeſehen, daß Standes⸗ vorurtheile oft bitter beſtraft werden.
Der junge Graf wandte ſich wirklich dem nahen Friedhofe zu. Das Haupt zur Erde geſenkt, die Hände
über den Rücken gekreuzt, ſchritt er langſam die Anhöhe 15*


