Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
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Aeltern eingetroffen, hatte von dieſen die Trauerbot⸗ ſchaft entgegengenommen, daß Anna Liewe nach der letzten Mittheilung des Paſtors Stade ſehr krank dar⸗ niederliege, aber auch die Zuſage ihres Segens zu ſeiner Verbindung mit der Geliebten erhalten, falls dieſe ge⸗ neſen ſollte, und war infolge deſſen ohne Aufenthalt mit Kurierpferden weiter gereiſt, um die Geliebte wiederzuſehen, ihr Troſt und neuen Lebensmuth zu bringen, ſie durch ſeine Anweſenheit dem Tode zu ent⸗ reißen.

Iſt es zu verwundern, daß hiernach den jungen Mann die Sehnſucht faſt verzehrte und er den Augen⸗ blick nicht erwarten konnte, in welchem er das Liewe'ſche Haus erreichen werde?

Zwar kamen ihm auf der Fahrt an dem ſtillen, friedlichen Abende auch Gedanken an den Tod, die Viſion in der letzten Stunde ſeines Aufenthalts in Berlin, das Zerſpringen des Glaſes bei dem Toaſt auf das Wohl der Peliebten machten ihn ſchaudern und erfüllten ihn mit düſtern Ahnungen, aber ſein jugend⸗ licher Muth, aufs neue angefacht durch die Zuſagen ſeiner Aeltern, verdrängte alle böſen Bilder. Er wollte hoffen, hoffen auf ein nahes ungetrübtes Glück.

Endlich hatte der Graf ſein Ziel erreicht, der Wagen

hielt vor dem Liewe'ſchen Hauſe, Julius ſprang zur Steffens, Standesvorurtheile. IV. 12