Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
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176 abgeſchiedener Seelen, und die langen Schatten, die, vom Mondesſtrahl hingeworfen, hier und da auf⸗ tauchten, zeigten dem beobachtenden Blick geſpenſterhafte Geſtalten, die, wenn man länger das Auge darauf ruhen ließ, beweglich und hin und her ſchwebend er⸗ ſchienen.

Solch ein Abend iſt dazu geeignet, die Seele zu ernſten und feierlichen Betrachtungen zu ſtimmen und melancholiſche Gefühle in der Bruſt wach zu rufen.

Es mochte gegen acht Uhr ſein, die Zeit, in welcher ſonſt Anna Liewe gewöhnlich die Nähſtunde verließ, als durch die Straßen der Stadt S. ein leichter Wagen, gezogen von ſchnellen Roſſen, dahineilte und nach der Neuſtadt einbog.

In dem Wagen ſaß ein junger, bleicher Mann und blickte ſo unverwandt vor ſich, als wolle er mit der Kraft des Auges den Raum vor ſich durchfliegen. Er mochte wohl von bangen und doch auch wieder hoffnungsvollen Erwartungen erfüllt ſein, denn ſeine Unruhe nahm von Minute zu Minute zu, und als das Geſpann endlich die Neuſtadt erreicht hatte, griff er unwillkürlich nach dem Herzen, als wolle er dieſes mit Gewalt zur Ruhe bringen.

Wer der Reiſende war, brauchen wir wohl nicht erſt zu ſagen. Julius Sacco war am vorigen Tage bei ſeinen