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Wieder folgte eine lange Pauſe, worauf ſie mit tonloſer Stimme rief:„Betet!“ Dann ſank ihr einſt ſo ſchönes Haupt zurück, eine kurze Spannung der Geſichtsmuskeln zeigte, daß der Tod nach ihrem Herzen griff; mit einem Male ſtreckte ſich der Körper aus, noch ein langer Athemzug, während das Auge wie bittend um ſich blickte, und es ſchloß ſich für die Ewigkeit, ruhig und ſtill floh eine ſchöne Seele in das Jenſeits hinüber.
Der Paſtor kniete noch immer an dem Lager, ſeine Lippen bewegten ſich im Gebet, die Hände waren krampfhaft gefaltet; aber keine Thräne trat mehr in ſein Auge, nur das leidende Aeußere zeigte den gräß⸗ lichen Schmerz an, der ſeine Seele bewegte.
Als er ſich endlich erhob, drückte er der Verlobten die Augen zu, preßte noch einen Kuß auf ihre erkal⸗ tende Stirn und wankte hinaus, um allein zu ſein, allein mit ſeinem Weh in der männlichen Bruſt.
Die Gärtnerin raufte ſich die Haare aus und ſchrie, daß die Wände erdröhnten; kein tröſtlicher Zuſpruch vermochte ſie aufzurichten.
Der unglückliche Vater war ganz einer ſtillen Ver⸗ zweiflung hingegeben.
Drei Tage ſpäter ertönten am frühen Morgen die ſämmtlichen Glocken der Stadt in trauervollem Klange, und von der Neuſtadt aus wurde von zwölf Jüng⸗


