Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
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Stade kam in Verlegenheit und ſchwieg.

Anna fuhr fort:Ich danke Dir, daß Du mich nicht täuſchen magſt. Du weißt alſo, daß ich dem Tode verfallen bin. So ſei denn ſo gut und bereite mich auf den Empfang des heiligen Sacraments vor ich bin ſehr angegriffen.

Die Anforderung, welche an den jungen Paſtor geſtellt wurde, war faſt zu groß für das beſte menſch⸗ liche Herz, und doch kam er ihr gewiſſenhaft nach. Dann allerdings, als er lange mit der Verlobten über das Jenſeits geſprochen und endlich mit zitternden Händen ihr das heilige Abendmahl gereicht, fühlte er, daß ſeine Kraft zu Ende ſei.

Die Aeltern Anna's glichen Verzweifelnden. Des alten Gärtners Schmerz war zwar ſtumm, aber um ſo heftiger und ergreifender. Frau Liewe ſchien in ein⸗ zelnen Augenblicken dem Wahnſinn verfallen zu wollen; hätte nicht überall Stade leitend und helfend geſtanden, vielleicht wäre ſie zur Selbſtmörderin geworden.

So verſtrichen fernere zwei Tage und noch immer flackerte der ſchwache Lebensfunken in der irdiſchen Hülle Anna's fort, obgleich der Arzt ihr Ende ſchon an dem Tage erwartet hatte, an welchem ſie das Abendmahl empfangen. Jedenfalls hielt ſie die Hoff⸗ nung noch ſo lange am Leben, der Geliebte werde kom⸗