Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
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auf die unter den Spaziergängern befindliche Mutter

derſelben aufmerkſam, welche die Luſt, den verhaßten

jungen Mann empfindlich zu kränken und die eigene

Tochter für ihren Ungehorſam zu ſtrafen, ſie dadurch

ihren Plänen auch gefügiger zu machen, hergetrieben

hatte. Jede neue Sekunde, die er wartend verbrachte,

vermehrte ſeine Ungewißheit darüber, ob Anna noch

in der Nähſtunde weile; aber er hoffte deſſenungeachtet

mit Sicherheit auf ein Zuſammentreffen, da ſie ihm

feſt verſprochen, ihn zu erwarten. Schon wollte er ſeinen Poſten verlaſſen und dem

Fußwege ſich zuwenden, auf dem ſie ſich ſonſt gefunden,*

als er endlich aus ſeiner Pein erlöſt wurde. Anna hatte einen Nachmittag voll freudigen Hoffens

und grauſigen Bangens verlebt. Sie wußte, daß der

geliebte Jüngling ſich durch nichts werde abhalten

laſſen, ſie am Abend nochmals zu ſehen und zu ſpre⸗

chen, und ihr Herz klopfte dem ſeligen Augenblicke ſehn⸗

ſüchtig entgegen, der ſie wieder in ſeine Nähe führen

ſollte. Aber dazwiſchen trat das Bild der Mutter und

ſtörte ſie aus ihren ſüßen Träumereien auf. Die Er⸗

mahnung, die ihr noch bei ihrem Fortgehen aus dem

Aelternhauſe zu Theil geworden war, hatte ſie aufs

neue erſchüttert, jetzt kämpfte die Pflicht einen ſchweren

Kampf mit der Liebe, und ſo oft die erſtere auch als