einer Verſäumniß ſchuldig machen wollte. Nun mußten ſelbſtverſtändlich alle andern Verrichtungen in den Hintergrund treten; mit einer Eile, als hänge von der nächſten Minute Wohl und Wehe ab, ſtürmte er die Straßen entlang bis vor das Waſſerthor und paſſirte die Promenade, die, wie gewöhnlich bei ſchönem Wetter, auch heute vollgepfropft von Luſtwandelnden war. Dieſes Wogen und Drängen war ihm durchaus nicht angenehm; er wollte ja möglichſt unbemerkt bleiben und vor allem, daß Anna nicht an ſeiner Seite geſehen werde, da er immer eine heimliche Furcht vor der Gärtnerin hegte. Zwar konnte ein einzelner Menſch wohl in der Maſſe verſchwinden, doch er mit ſeiner Uniform mußte die Augen der Spaziergänger mehr als jeder Andere auf ſich lenken.
Deshalb wandte er ſich auch ſogleich zur Seite und ſchritt möglichſt nahe zu der Straße und dem Hauſe heran, in welchem, wie er wußte, die Geliebte weilte.
Es war ſeine Abſicht, Anna ſofort bei ihrem Er⸗ ſcheinen in Empfang zu nehmen und ſie durch ſein Flehen zu bewegen, eine Quergaſſe einzuſchlagen und ſo auf einen bis dahin noch nicht von ihnen be⸗
ſuchten Pfad zu gelangen, der durch ein kleines Wäld⸗
chen führte und weit an der Stadt vorbei, erſt am jenſeitigen Ende derſelben nach dem Friedhofe aus⸗
—
—
—„


