länger eine nutzloſe Schwärmerei in ſich trug? Der Sonntag war vor der Thür, dann mußte ſie ſich ja fügen, oder— nein, Frau Liewe ließ kein Oder zur Geltung kommen, ſie wußte ihren Willen durchzu⸗ ſetzen.
Aber den Grafen hätte ſie für ſeine Frechheit gern noch beſtraft, wie er es verdiente; und war Anna fähig, ſie wirklich zu betrügen, dann konnte auch ihr eine derbe Lection nicht ſchaden. Hatte ſie das Kind nur darum von frühſter Jugend an zum Gehorſam er⸗ zogen, um nun, da es unterſcheiden konnte, was Recht und Unrecht war, ſich bei jeder wichtigen Gelegenheit täuſchen zu laſſen? Die Trauer, welche ſich im Laufe des Tages immer mehr über Anna's Aeußeres verbreitet, ihre Unruhe, als ſie endlich mittags zur Nähſtunde ging, und die Aengſtlichkeit, mit welcher ſie ihre Er⸗ mahnung, ja pünktlich nach Hauſe zu kommen, dahin beantwortete, daß ſie ihren Freundinnen verſprochen, ſie am Abend zu beſuchen, dieſe würden ſie nachher bis an ihre Wohnung geleiten, das Alles beſtärkte die Mutter in der Annahme, daß noch immer ein zärtliches Verhältniß zwiſchen den jungen Leuten obwalte und Anna dem Grafen als Spielzeug diene.
Haßte ſie Sacco ſchon längſt, ſo ſteigerte ſich ihr Zorn gegen ihn bis zur Wuth, als ſie dieſe Schlüſſe
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