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wollte. Hätte ſie indeſſen eine Ahnung davon gehabt, wie aufmerkſam, wenn auch verſtohlen, die letztere ſie betrachtete, ſie wäre gewiß vorſichtiger geweſen. Frau Liewe hatte ſchon, ſeit Herzer jene Aeußerung gegen den Oheim des Freiwilligen auf dem Markt ge⸗ than, die Tochter mit Mißtrauen bewacht; am letzten Abend war ſie ihr wieder entgegengegangen, hatte ſie aber nicht getroffen und, als ſie zurückgekehrt, Anna bereits zu Hauſe gefunden. Sie mußte einen andern Weg gekommen ſein. Das befremdete die kluge Frau. Aber ſie ſagte auch jetzt nichts; hatte ſie doch keine Beweiſe, und um Alles in der Welt mochte ſie nicht ihre Befürchtungen laut werden laſſen, ohne gleich energiſch auftreten zu können. Dann hatte ſie auch inzwiſchen einen Brief von der Frau Stade erhalten, in welchem dieſe nicht allein die Behauptungen des alten Grafen über den Paſtor beſtätigte, ſondern auch den letztern zum nächſten Sonntag anmeldete, an welchem Tage er in der Kirche der Neuſtadt predigen werde, und ſehr deutlich durchblicken ließ, wie ſein und ihr innigſtes Hoffen erfüllt ſein werde, wenn es ihm gelänge, das Herz ihrer lieblichen Tochter zu rühren. Dieſe Eröff⸗ nung, die ſie ebenfalls noch vor der letztern geheim gehalten, erfüllte ſie mit großer Nachſicht gegen Anna; was ſchadete es nun noch, wenn ſie für wenige Tage


