Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
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Körper wie Espenlaub zitterte. Sich zu befreien war ein Ding der Unmöglichkeit; er vermochte mit der an⸗ dern Hand nicht einmal das Eiſen zu erreichen, und ſeine Schmerzen wurden bald unerträglich. Aber was waren die Leiden des Körpers gegen die der Seele? Woran er bisher nicht im entfernteſten gedacht, daß ihm ſeine ehrloſen Handlungen, mochten die Geſinnungs⸗ genoſſen ſie auch nur als galante Abenteuer bezeichnen, einſt eine entehrende Strafe einbringen könnten, das wurde ihm jetzt klar. Es ließ ſich nicht annehmen, daß im Laufe der Nacht ein Menſch dieſen einſamen Weg paſſiren werde, und o grauenhafter Gedanke bis zum neuen Tage ſo hängen zu bleiben, das mußte ihm Qualen bereiten, die auch den ſtärkſten Mann wahn⸗ ſinnig zu machen im Stande waren. Schon jetzt war er nicht mehr fähig, ein leiſes Wimmern zu unter⸗ drücken, das mit jeder neuen Sekunde mehr in ein krampfhaftes Geſtöhn überging. Aber war dies die ärgſte Strafe, die ihn traf? Am nächſten Tage wurde er als Verbrecher, wohl gar als Gartendieb gebrand⸗ markt, er, der ſtolze Freiherr, der Offizier galt für einen der gemeinſten Menſchen, er hatte ſich in einer Falle gefangen, die für nächtliche Spitzbuben aufgeſtellt war. Die Kameraden verachteten ihn, er mußte den Abſchied nehmen und hatte wohl gar noch eine gericht⸗