Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

dennoch meinte ſie, wenn er mit der Wahl ſeines Sohnes einverſtanden ſei, hätte er oder der Oheim wohl Ge⸗ legenheit genommen, ſie anzureden.

In der größten Aufregung langte ſie bei der Mutter an und fand dieſe damit beſchäftigt, Gartenerzeugniſſe für den Markt zu ſortiren.

Keine Spur von der erſt vor kurzem beendeten unangenehmen Scene war mehr an ihr wahrzunehmen, ſie erſchien ruhig und ſelbſtbewußt wie immer.

Du haſt Beſuch gehabt, liebe Mutter! redete Anna ſie an, indem ſie ihre eigene Befangenheit möglichſt zu verbergen ſtrebte.

Woraus ſchließeſt Du das? fragte dagegen Frau Liewe, während ſie ihren Blick prüfend auf die Tochter richtete.

Ich ſah den Grafen von hier kommen, der ſchon einmal Dich beſuchte; in ſeiner Geſellſchaft befand ſich ein anderer Herr, den ich für den Vater des Freiwil⸗ ligen halten möchte, da er ihm ſehr ähnlich ſieht!

Du haſt Recht, Vater und Oheim waren bei mir!

Und darf ich wiſſen, was ihr Beſuch bezweckte?

Nichts Erfreuliches für Dich, mein Kind; es iſt Alles gekommen, wie ich Dir prophezeite.

Anna erbleichte, ſie war unfähig, eine Erwiderung zu geben.