Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
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darauf bedacht, das Billet ohne Aufſehen nach der Poſt zu befördern, denn eine directe Beſorgung ſchien ihr unmöglich. Da ſie ſich keinem Menſchen anvertrauen durfte, ſo blieb ihr nichts Anderes übrig, als ſelbſt nach der Poſt zu wandern. Aber auch dazu bedurfte ſie eines Vorwandes, denn am Vormittage verließ ſie nur ſelten ohne einen gewichtigen Grund das Haus. Wieder mußte ſie, ſo verhaßt ihr auch jede Un⸗ wahrheit war, zu einer Täuſchung ihre Zuflucht neh⸗ men. Sich noch immer unpäßlich ſtellend, erklärte ſie, daß ein Spaziergang ihr wahrſcheinlich wohlthun werde, und erhielt von der Mutter abermals die Erlaubniß, ſich im Freien für ein Stündchen zu ergehen. Unter Zittern und Zagen richtete ſie ihre Beſor⸗ gung aus, promenirte ein wenig zwiſchen den Gärten der Vorſtädte umher und wandte ſich endlich nach dem Hauſe ihrer Aeltern zurück. Was inzwiſchen ſich dort zugetragen, iſt uns bekannt. Als Anna den beiden Sacco begegnete, errieth ſie ſo⸗ 5 fort, wer der ihr noch unbekannte Herr ſei, ei verkennbare Aehnlichkeit mit dem Geliebten beſtätigte ihre Ahnung. Neue Befürchtungen beſchlichen ihr Herz. Die Grafen hatten zwar freundlich gegrüßt, ein Zeichen, daß auch der Vater des Freiwilligen bereits auf ſie auf⸗ merkſam gemacht worden war und ſie nicht haßte; aber

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