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Ich habe Dich früh am Fenſter geſehen, als mich die Angſt um Dich in Deine Nähe trieb. O mein Julius, Du brauchſt Dich nicht zu härmen, ein treueres Herz wie das meine exiſtirt nicht. Aber ich kann Dir nur münd⸗ lich erzählen, indem ich Dich gleichzeitig durch meine Liebkoſungen beruhige, wie ſchändlich Du getäuſcht wor⸗ den. Komm wieder in die Laube, jetzt ſtört uns Niemand mehr, denn der Böſe wohnt nicht mehr bei uns. Dort ſollſt Du Alles erfahren, und willſt Du Dich dann noch von mir wenden, ſo thue es und keine Anklage ſoll Dich treffen. Ich ſtehe dann wenigſtens gerecht⸗ fertigt vor Dir da und kann mein trauervolles Daſein ohne Vorwurf beſchließen.“
Das war der weſentliche Inhalt des Briefes. Anna hatte ihn in größter Eile beendet und ließ ſich nicht die Zeit, ihn nochmals zu durchleſen, aus Furcht, ſie könne noch über das Abſenden wankelmüthig werden. Schnell couvertirte ſie ihn, ſchrieb die Adreſſe und verwahrte ihn an einem ſichern Ort.
Eine beſeligende Ruhe überkam ſie, als ſie nun den Schlummer ſuchte; ſie zweifelte nicht, daß Sacco ſofort nach dem Empfang ihrer Zeilen einſehen müſſe, daß er ſie ohne Grund in Verdacht gehabt, und am nächſten Abend pünktlich im Garten erſcheinen werde.
Schon in aller Frühe war ſie am folgenden Morgen


