Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
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zensqual erlöſen möge, denn ſich von dem Grafen ver⸗ achtet zu wiſſen, dieſer Gedanke war ihr unerträglich.

Verbrachte Sacco eine grauenhafte Nacht, ſo litt ſie jedenfalls nicht weniger. Aber ihr ruhig duldender Sinn hinderte ſie, den herben Schmerzen der Seele einen klagenden Ausdruck zu geben; nur leiſe Thränen entquollen ihrem Auge und zeugten von dem Weh, das ſie darniederdrückte.

So verſtrich die lange Nacht, kein erquickender Schlummer hatte ſich auf ſie herniedergeſenkt; und als der junge Tag anbrach, fühlte ſie ſich bis zum Tode erſchöpft.

Da, als ſie damit beſchäftigt war, die vor ihren Fenſtern in üppiger Pracht ſtehenden Blumen zu be⸗ gießen, hörte ſie aus der Ferne einen luſtigen Marſch des Huſarenregiments zu ſich herüberſchallen; die Muſik kam näher und näher, ein Zeichen, daß das Militär über die Neuſtadt zum Exerciren ausrückte.

Erwartungsvoll ſuchte die junge Dame ein ver⸗ decktes Plätzchen hinter den Gardinen der Fenſter und blickte prüfend die Straße entlang. Jetzt eilten die Trompeter an ihrem Hauſe vorüber, die einzelnen Schwadronen des Regiments folgten in Reih und Glied nach. Aufmerkſam betrachtete ſie jeden Chargirten.

Endlich nahte die dritte Schwadron mit dem Ritt⸗