3
Indeſſen trachtete ſie jedes Aufſehen zu vermeiden und hoffte auch fortzukommen, bevor Sacco erſchien, den Baron dadurch aus dem Garten zu locken und— ſpäter doch noch ein glückliches Stündchen an der Seite des Geliebten zu verbringen. Das Rauſchen im nahen Gebüſch belehrte ſie, daß der Graf bereits in der Nähe weilte. Jetzt erfaßte ſie Entſetzen, denn bei ſeiner leicht erregten Gemüthsart ließ ſich fürchten, daß er hervor⸗ brechen und ſich auf den Lieutenant ſtürzen werde. Dann war er und ſie verloren!
Und dann die abſcheulichen Worte des Barons, die da lauteten, als ſtehe ſie im vertrauteſten Verhältniß zu ihm. Doch ſie ahnte ja nicht den Zweck oder die Wirkung derſelben, glaubte vielmehr, er rede irre, und entfloh.
Aber auf eine entſetzliche Weiſe wurde ſie über die Bedeutung aufgeklärt, als ſie den Zettel Saecco's in Händen hielt; nun erſt, zu ſpät, lernte ſie den feigen Schurken in ſeiner ganzen Erbärmlichkeit kennen. Jetzt wußte ſie auch, weshalb der Graf ſich nicht einmal die Mühe genommen hatte, vor den Baron hinzutreten und ihn zu züchtigen: er verachtete ſie, hielt ſie mit dem letztern im Einverſtändniß!
Damit ſchwand ihr Glück, ſie fühlte ſich unſaglich
elend und wünſchte, daß der Tod ſie von ihrer Her⸗


