183 Sie mit der Werbung Ihres Sohnes um meine Tochter einverſtanden ſind?“
„Hören Sie mich, bevor Sie weitere Folgerungen ziehen. Ich kam geſtern Abend hier an und traf meinen
Sohn leidend; er war körperlich und geiſtig im höchſten
Grad angegriffen und ſagte mir, daß er Ihre Tochter unendlich geliebt habe, ſie jetzt aber verachte!“ brachte Sacco mit der größten Anſtrengung hervor.„So viel ich mich auch bemühte, ich konnte keine Gründe für ſeine Erklärung aus ihm herausbringen und muß daher annehmen, daß irgend ein beſonderer Vorfall ihn gegen die junge Dame aufs tiefſte empört hat; deshalb auch meine Fragen nach der Scene zwiſchen dem Baron und dem Fräulein!“
Frau Liewe ſtand plötzlich hochaufgerichtet da, aus ihren Augen ſprühte ein wildes Feuer und ihre Lippen bebten.„Ha“, rief ſie mit weitſchallender Stimme, „alſo das iſt das Ende dieſer Betheuerungen! Der junge Herr hat ſich überzeugt, daß meiner Tochter nicht ſo beizukommen iſt wie einer gewöhnlichen Dirne, nun wird ſie wohl gar blamirt, als hätte ſie ſich ver⸗ gangen. O Schmach über dieſe ſogenannten großen Herren!“
„Aber, beſte Frau, beruhigen Sie ſich! Ich nehme den innigſten Antheil an Ihrem Geſchick und kann


