Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Ich kann mir denken! entgegnete Frau Liewe ſich verneigend.

Es betrifft das Wohl unſerer Kinder!

Ich weiß, ich weiß! bekräftigte die Frau.

Sie haben meinem Sohn erklärt, daß Sie von

ſeiner Schwärmerei für Ihre Tochter nichts wiſſen

wollen, ihn ja wohl einmal auch von Ihrer Thür gejagt?

Ja, ſehen Sie, Herr Graf, ſolche junge Leute ſind oft unbeſonnen und Sie verzeihen mir, aber ich halte meine Tochter für zu gut, als daß ich ſie unnütz möchte ins Gerede bringen laſſen.

Da denken Sie ſehr weiſe, Frau Liewe, ſehr recht⸗ ſchaffen und mütterlich; ich achte Sie hoch, und wie ich erfahren, ſoll Fräulein Anna ein wahrer Engel ſein; wer würde den nicht an Ihrer Stelle vor ſer Gefahr ſchützen!

Anna iſt ein gutes, braves Kind, möchte es ihr im Leben ſo recht wohl ergehen, denn ſie verdient es an ihren Aeltern und ich bete früh und ſpät für ſie. Erſt einmal, ſolange ich denken kann, hat ſie gegen meinen Willen gehandelt, indem ſie ſich von dem jungen Herrn Grafen begleiten ließ. Aber daran war er allein ſchuld; ſie wird mein Gebot nicht wieder übertreten. Dem alten Herrn wurde ſonderbar zu Muthe; un⸗