Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Ha, Du biſt betrogen, Deine Ehre hat darunter gelitten? rief der Oheim voll lebhaften Intereſſes.

Meine Ehre iſt rein und wird durch mich nie be⸗ fleckt werden, ich könnte ſonſt nicht mehr leben! Aber betrogen bin ich allerdings und gerade durch diejenigen, denen ich ganz vertraute.

Sprich deutlich, mein Sohn, Du weißt, bei mir findeſt Du Verſtändniß für jeden Kummer, bat der Vater voll Theilnahme.

Nein, dringe nicht in mich, laſſe mich die Ange⸗ legenheit als Geheimniß bewahren, denn ganz könnte ich ſie Dir doch nicht offenbaren, mich zwingt mein Wort zum Schweigen.

Julius, Du liebſt und biſt getäuſcht, eine Unwür⸗ dige hat Dich hintergangen! rief der Oheim im Ton des Beileids, aber in der Abſicht, den Neffen auszu⸗ forſchen.

Eine leiſe Röthe überzog das Antlitz des Soldaten, er antwortete nicht.

Sieh, ich weiß noch mehr, fuhr der Onkel fort; Anna Liewe und der Lieutenant Herzer, das ſind die⸗ jenigen, die Dir das Leben verbittern. Du vertrauteſt zu ſehr, das war Dein Fehler. Ein Mädchen aus den niedern Klaſſen treibt mit ihrer Neigung Handel, wenn ſie ſich einem Grafen zuwendet.