Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Rückſichten. Vielleicht kühlt ſich mein heißes Blut auch bald ab, etwas weniger vorſchnell bin ich ſchon in den letzten ſechs Wochen geworden.

Sie haben gewiß ſchwer leiden müſſen, Herr Graf', führte Anna an, ohne eigentlich zu wiſſen, was ſie auf die Rede Sacco's erwidern ſollte.

Nun ja, ich war ſchwer verwundet; aber ich be⸗ dauerte nur, daß der Sturz nicht mein Leben gekoſtet, denn mein Daſein iſt mir eine Laſt, ſeit Sie mich an jenem Nachmittage von ſich gewieſen, entgegnete der Graf ruhig.

Der Ton, in welchem er ſprach, war ſo überzeu⸗ gend, daß Anna erbebte. Ihr Herz hegte ja auch be⸗ reits die innigſten Gefühle für ihn und nur mädchenhafte Schüchternheit, gepaart mit dem Bewußtſein, daß ſie gegen den ausdrücklichen Willen der Mutter handle, wenn ſie ſich ihren Gefühlen hingebe, hielten ſie ab, ihm ihr Inneres zu erſchließen. Der Wille der Aeltern war ihr ſtets heilig geweſen, nie hatte ſie ſich gegen denſelben aufgelehnt. Aber jetzt mußte ſie ihm etwas Tröſtliches ſagen, damit er wieder Intereſſe am Leben gewinne; ſie hätte ja nie Ruhe finden können, wenn ſie ſich geſtehen müſſen, daß ihrethalben ein Menſch das Leben von ſich geworfen.H Herr Graf, begann ſie deshalb mit zitternder Stimme,ich habe ja nichts