12
ſind, die ich begrüßen kann, nachdem ich während ſechs langer Wochen jeder Freude und jedes Troſtes ent⸗ behrte; ich lag nämlich ſchwer krank darnieder!“ redete er die junge Dame an.
„Ach, ich hörte von Ihrem Unglück noch an dem⸗ ſelben Abend, an welchem Sie mit dem Pferde geſtürzt waren, es war ja an dem Tage, an welchem wir uns ebenfalls hier begegneten. Ich erſchrak ſehr, als ich die traurige Kunde vernahm“, erwiderte Anna voll Theilnahme.
Sacco ſchwebte bei Anhörung dieſer Worte in einem Meer von Wonne, ſie ſagten ihm ja, daß ſein Leben der von ihm Geliebten nicht gleichgültig ſei. Fortge⸗ riſſen von der Macht ſeiner Gefühle, ſtreckte er ihr die Hand entgegen, indem er freudig erregt ſprach:„Haben Sie Dank, mein Fräulein, für dieſen Troſt, den Sie mir ſpenden, er wiegt Alles auf, was ich gelitten.“
Anna gerieth in die größte Verlegenheit, ſie wußte nicht, was ſie ſo beſonders Tröſtliches geſagt, und zau⸗ derte, die ihr dargebotene Hand anzunehmen.
„Haben Sie Nachſicht mit mir, Fräulein“, bat Sacco, indem er ſeine Rechte wieder ſinken ließ;„ich laſſe mich ſo oft durch die Macht des Augenblicks be⸗ zwingen und das iſt jedesmal ein Verſtoß gegen den guten Ton bei unſern heutigen Begriffen von ſocialen


