Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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heimniß im Buſen, das ſie keinem Menſchen, am wenigſten aber ihrer Mutter hätte offenbaren mögen; dort hatte ſie ja in dieſem Falle auf keine Theilnahme zu hoffen.

Schrecklich war es für ſie, daß ſie auch nicht das allergeringſte Zuverläſſige über den Zuſtand des Frei⸗ willigen erfuhr, nur von der Mutter hörte ſie nach einigen Tagen zufällig, daß Sacco noch lebe und die Möglichkeit von den Aerzten ausgeſprochen ſei, er könne wiederhergeſtellt werden.

War dieſe Nachricht auch keine befriedigende, ſo hätte ſie, die bis dahin ſo vollkommen von Angſt und Ungewißheit Gequälte, dieſelbe doch mit einem Theil ihres Lebens bezahlen mögen. Erſt jetzt war ſie wieder im Stande, mit einiger Ruhe das Daſein zu ertragen.

Nach wie vor beſuchte ſie die Nähſtunde und ſetzte das freundſchaftliche Verhältniß mit ihren Jugend⸗ geſpielinnen fort, aber in ihrem Weſen war eine große Veränderung eingetreten; das harmloſe Kind war zu einer nachdenkenden, meiſt einem ſtillen Ernſt hin⸗ gegebenen Jungfrau geworden, ſelten verließ ſie für einen Augenblick das peinigende Bewußtſein, ein hoch⸗ herziger Menſch ſei ihretwegen unglücklich und befinde ſich dem Tode nahe. Wie gern hätte ſie an jedem