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neuen Morgen, wenn ſie erwachte, Erkundigungen über den Fortſchritt der Geneſung des Grafen ein⸗ gezogen, aber ſie hatte keinen Menſchen, dem ſie ſich anvertrauen durfte, und ſelbſt wenn einmal über ihn geſprochen wurde, mußte ſie eine Theil⸗ nahmloſigkeit an den Tag legen, als ſei er ihr gänzlich fremd.
Durch dieſen Zwang, welchem ſie unterworfen war, wurde ihre zärtliche Zuneigung für ihn gleichſam erweckt und vermehrt, bei Tage und bei Nacht war er ihr ſteter Gedanke, fortwährend beſchäftigte ſie ſich im Geiſte mit ihm, und hieraus entſtand ſehr bald die Gewohnheit, ihn als einen Menſchen zu be⸗
trachten, der ihr über Alles theuer war und von dem
böſen Geſchick ihr ſo leicht für immer entriſſen wer⸗ den könne. Während ſie völlige Gleichgültigkeit zur Schau trug, drohte ihr Herz vor ängſtlichem Klopfen zu zerſpringen ſo oft von ihm geredet wurde. Zwar lernte ſie mit der Zeit die Ueberzeugung in ſich aufnehmen, daß er geneſen werde, aber trotzdem konnte ſie ein ſchmerz⸗ liches Bangen bei dem Gedanken an ihn nicht unter⸗ drücken; eine böſe Vorahnung hatte ſie längſt beſchli⸗ chen, daß nur Leid für ſie aus ſeiner Bekanntſchaft entſtehen werde; jener Abend, an welchem die Mutter


