Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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gallfüchtiger Menſchen fürchtete. Wäre er jetzt gekom⸗ men und hätte ſie ſelbſt durch die ſämmtlichen Straßen der Stadt führen wollen, ſie würde keinen Augenblick geſäumt haben, ihm zu folgen; ſogar das Verbot der Mutter erſchien ihr ungerecht.

Das waren ſchmerzliche Stunden, die dieſem Abend folgten. Anna beſaß ein Herz, das für die ganze Menſchheit voll warmer Liebe und Theilnahme ſchlug, ihre ſchöne Seele konnte nicht einmal einen Wurm leiden ſehen, ohne ſeine Schmerzen mitzuempfinden, wie viel mehr mußte ihr Inneres bewegt werden bei dem Gedanken, daß durch ihre Härte ein edelmüthiger. Jüngling, der ſich mit dem freundlichſten Eifer um ihre Gunſt beworben, zur Verzweiflung getrieben worden und wohl gar ſein Leben aushauchen werde, weil der Schmerz über ihr kaltes Benehmen ihn zur Aufſuchung von Gefahren verleitet habe, denen er erlegen.

Theilnahmlos gegen Alles, was ihr ſonſt lieb und werth geweſen, hegte ſie nur den einen Gedanken, der Graf möge völlig wiederhergeſtellt werden und dann recht glücklich ſein. Weiter hatte ſie keine Wünſche, aber für die Erfüllung dieſes einen ſchickte ſie heiße Gebete zum Himmel. Gegen die Mutter ließ ſie kein Wort über ihre Empfindungen laut werden, das ſtets ſo aufrichtige und gehorſame Kind trug nun ein Ge⸗

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