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Glücklicherweiſe befanden ſich die Aeltern des jungen Mädchens in einer Stimmung, die das wärmſte Mit⸗ gefühl für den Verunglückten bekundete; daher fanden ſie auch den Ausruf Anna's gerechtfertigt, ſonſt würde ihnen wahrſcheinlich nicht verborgen geblieben ſein, wie die letztere für den Freiwilligen empfand.
„Der Graf iſt mit dem Pferde geſtürzt; er ſoll am Nachmittag gegen zwei Uhr wie ein Raſender zum Thor hinausgeritten ſein, eine Viertelſtunde ſpäter hat man ihn ſammt ſeinem Pferde auf der Chauſſee liegend gefunden. Das Thier hat ſich mit ihm überſchlagen und ihn dabei mit dem Kopf gegen einen ſcharfen Stein geworfen, auch ſoll ſein Rückgrat arg beſchädigt ſein“, führte Liewe an.
Weiter hörte Anna nichts mehr, ſie eilte in das Haus, ſetzte ſich in ihr Zimmer, ſtützte den Kopf auf die Hand und umwillkürlich rannen ihr heiße Thränen über die Wangen. Sie gab ſich die Schuld an dem Unfalle des Grafen, denn wie ſie ſich ſagte, hatte ihn ihr ſchroffes Benehmen derart verletzt, daß er in einem wilden Ritte Vergeſſenheit ſuchen wollte. Ach, und er war ihr ſo freundlich und liebreich entgegengetreten, ſein ganzes Benehmen war ſo himmelweit verſchieden von dem anderer Männer, er hatte es nicht verdient, daß ſie ihn von ſich wies, weil ſie die böſen Zungen


