Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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Kaum war ihnen Anna nahe genug gekommen, um ſie anreden zu können, ſo rief ihr die Mutter zu:Wie ſteht es mit dem Grafen Sacco?

Anna glaubte in den Boden ſinken zu müſſen. Sie nahm nämlich an, die Aeltern hätten bereits Kenntniß von ihrer kurzen Unterredung mit dem Freiwilligen erhalten und wollten nun nähere Details darüber hören. Ihre Verwirrung war ſo groß, daß ſie ſtehen blieb, unfähig, eine Antwort zu ertheilen.

Jedenfalls war Frau Liewe von dem Gegenſtand ihrer Frage ſo ſehr in Anſpruch genommen, daß ſie der Tochter keine ſonderliche Aufmerkſamkeit zuwandte, ſonſt würde ihr nicht entgangen ſein, in welcher Ver⸗ legenheit ſich dieſe befand.

Inzwiſchen ſammelte ſich Anna ein wenig, ſodaß ſie mit möglichſter Beherrſchung ihrer Gefühle die Frage hervorzubringen vermochte:Was meinteſt Du vom Grafen Sacco, liebe Mutter?

Alſo Du haſt in der Stadt nichts über ihn ge⸗ hört? Der arme junge Mann, er wurde nachmittags hier vorbeigetragen; man hielt ihn allgemein für todt, doch ſoll noch etwas Leben in ſeinem Körper geweſen ſein! entgegnete Frau Liewe voll Theilnahme.

Gerechter Himmel, todt! ſeufzte Anna mit erſter⸗ bender Stimme ſie war dem Umſinken nahe.