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ein angenehmer Beſuch zu ſein? Nach dem, was ich von Ihrem Herrn Vater gehört, ſchwerlich!“
„Herr Graf, wir ſind einfache Bürgersleute; auch durch Ihre Beſuche, fürchtet die Mutter, könnten üble Kachreden für uns entſtehen. Ich achte Sie hoch, Ihr Auftreten bürgt mir dafür, daß Sie von edlen Grund⸗ ſätzen geleitet werden; darum ſage ich Ihnen ohne Umſchweife, wodurch mein Handeln bedingt wird.“
Sacco war von Natur ein Menſch, der ſich bei jeder Gelegenheit leicht hinreißen ließ; das jugendliche Feuer, welches in ſeinen Adern quoll, machte ſich gern ebenſo im Zürnen wie im Lieben geltend. Er fühlte ſich aufs tiefſte gekränkt durch die Entgegnung Anna's, indem er die Bedeutung ihrer Worte augenblicklich nicht richtig auffaſſen wollte, und entgegnete daher in trau⸗ rigem Ton, während ſein Geſicht von einer auffallenden Bläſſe bedeckt wurde:„Wenn mein Umgang für ent⸗ ehrend gilt, dann allerdings muß die Beharrlichkeit, mit welcher ich Ihren Schritten gefolgt bin, wohl als ein Unglück erſcheinen und ich kann weiter nichts thun, als Sie recht dringend bitten: Verzeihen Sie einem Unglücklichen, der es wagte, ſeine Augen zu Ihnen zu erheben; ich werde mich für meine Anmaßung ſelber beſtrafen. Leben Sie wohl, mein Fräulein, und ge⸗
denken Sie zuweilen in ſtillen Stunden eines Menſchen, Steffens, Standesvorurtheile. I. 10


