Straße geſprochen, und wie würde die Welt darüber urtheilen? Die Angſt flüſterte ihr zu, daß die ihr ertheilten Warnungen nur zu ſehr am rechten Orte geweſen ſeien.
„Herr Graf“, erwiderte ſie mit ſchwankender Stimme, indem ihre Blicke trübe am Boden hafteten,„ich kann und darf auf die von Ihnen gewünſchte Unterredung nicht eingehen. Seien Sie verſichert, daß ich Sie ſehr hoch achte und Ihnen um Alles in der Welt kein Leid zu⸗ fügen möchte, aber ich handelte gegen den ausdrück⸗ lichen Willen meiner Mutter, wenn ich hier auf öffent⸗ licher Promenade mit jungen Herren Unterhaltungen anknüpfte, und dann erwägen Sie gütigſt, welches Licht es auf mich werfen müßte, wenn die Leute das Recht hätten, von mir zu ſprechen: Anna Liewe, die arme Gärtnerstochter, trifft ſich, während ihre Mutter glaubt, ſie befinde ſich in der Nähſtunde, mit dem rei⸗ chen Grafen Sacco auf der Promenade!“
„Aber, mein Fräulein, ich weiß kein anderes Mittel, meinem vollen Herzen Genüge zu ſchaffen, als Sie hier zu erwarten. Wohl ſehe ich ein, daß es gegen die Regeln des guten Tons verſtößt, eine Dame, die einem mehr wie die Welt und das Leben gilt, auf der Straße aufzuſuchen, um wenige Sekunden mit ihr zu ſprechen, aber durfte ich hoffen, in Ihrer Wohnung


