ſo haſt Du auf nichts zu hoffen und dann iſt Alles aus. Alſo Muth und dieſer Pein ein Ende gemacht!“ So feuerte ſich der junge Mann ſelber an, um endlich dem Ziel ſeines Strebens näher zu kommen; ſowie er aber einmal den Entſchluß gefaßt hatte, nichts unver⸗ ſucht zu laſſen, um eine Gelegenheit zu erhalten, bei welcher er der Geliebten ſeine Gefühle enthüllen könne, ſäumte er auch nicht mehr, ihn möglichſt bald zur Aus⸗ führung zu bringen. Abends, das hatte er eingeſehen, war Anna ohne Zeugen nicht zu ſprechen, er mußte alſo mittags mit ſeinen Verſuchen beginnen.
Zwiſchen der Neuſtadt und dem Thore zog ſich eine ziemlich lange Promenade neben dem Fluſſe hin, die im Vergleich zu den Anlagen vor dem Waſſerthore ſo gut wie gar nicht beſucht war. Hier ließ ſich vielleicht ein unbeobachtetes Zwiegeſpräch ermöglichen, namentlich in den Nachmittagsſtunden, wenn Fräulein Liewe zu der Madame Krüger ging.
Mit der größten Eile verließ der Graf an einem der folgenden Tage die Tafel, an welcher er in Geſell⸗ ſchaft einer Anzahl Offiziere ſpeiſte, und wandte ſich der Vorſtadt zu. Sein ſchnelles Entfernen wurde all⸗ gemein bemerkt, aber Niemand ahnte den Grund davon. Es wurden einige witzige Bemerkungen darüber laut, daß er auf dem beſten Wege zu ſein ſcheine, ein


