Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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dieſe holde, ſchöne, kurze Maienzeit des Lebens, vo

nur Blüten und Blumen in herrlichſter Lenzespracht herniederlachen! Aber ach, wie bald werden dieſe duf⸗ tenden Kinder des Frühlings von den rauhen Stür⸗ men des Lebens dahingeführt, und es kommt eine traurige, öde Zeit, in der das Herz nichts mehr er⸗ ſehnt, nichts wünſcht, als ruhig und ungeſtört zu ſchlafen, zu ſchlafen für alle Ewigkeit! Doch auch dieſer Zuſtand iſt vorübergehend, das Leben ſtellt ſeine kalten Anfor⸗

derungen, und aufs neue muß ſich der tiefverletzte

Menſch aufraffen zum Kämpfen und Ringen für das freudenleere Daſein. Vielleicht beſchleicht auch dann noch eine Liebe ſein Herz; was iſt indeſſen eine ſolche Liebe gegen die erſte ſüße Empfindung des erwachen⸗ den Herzens?

Träumend verbrachte der Graf den Abend. Ver⸗ ſchiedene Male tauchte der Gedanke in ihm auf, daß es vielleicht gut ſei, wenn er ſich noch einmal auf die Straße begebe, da ihm ja möglicherweiſe der Zufall die Angebetete entgegenführen könne. Aber ſchnell er⸗

innerte ihn auch immer wieder ihr ganzes Auftreten

daran, daß ſie bei Abendzeit ſelbſt in der Geſellſchaft der Freundinnen Orte wie den Schützenplatz nicht be⸗ ſuchen werde. So mußte er ſich denn damit begnü⸗ gen, jedes ihrer Worte, das ſie zu ihm geſprochen,

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