Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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Achtung ſtand. Von ihren ſonſtigen Verhältniſſen kannte er nicht das Geringſte, ja er wußte nicht ein⸗ mal den Namen ihres Vaters und hätte auch Niemand darnach fragen mögen, indem er fürchtete, ſchon da⸗ durch ſie zu beleidigen.

Liebesweh in der Bruſt, wie es junge Herzen ſo oft empfinden, wenn der theure Gegenſtand ihnen fern iſt, ohne daß ſie wiſſen, was ſie hoffen dürfen, eilte er ſeiner Wohnung zu. Er wünſchte die reizende Ge⸗ ſtalt Anna's noch einmal im Gedränge zu gewahren, aber vergeblich ſpähte er nach ihr umher; ſie war längſt dem Menſchenknäuel entflohen. 5

Wie viele Wünſche und Hoffnungen entringen ſich doch einem jugendlichen Herzen, wenn es zum erſten Mal voll Liebe und Sehnſucht zu klopfen beginnt! Welche unnennbare Seligkeit entſtrömt ihm in dem Bewußtſein, daß dieſe Wünſche und Hoffnungen von dem geliebten Gegenſtande getheilt werden! O, es iſt etwas Erhabenes, Großartiges, Veredelndes, ſo eine Liebe in der erſten Blüte der Jünglingsjahre! Da kennt das Herz noch keinen Egoismus, kein ſelbſtſüch⸗ tiger Gedanke miſcht ſich in die heiligſten Empfindun⸗ gen, nur glücklich zu ſein durch reine Liebe, nur über Alles glücklich zu machen, iſt das Beſtreben der Lie⸗ benden. O daß ſie nicht ſo ſchnell verrinnen möchte