Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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In dieſer Weiſe unterhielten ſich die beiden jungen Leute, während vor ihnen die Fröhlichkeit von Minute zu Minute wuchs. Anna gewann immer höhern Werth in den Augen des Grafen. Wie gern hätte er ihr geſagt, was ſich in ſeinem Herzen allmächtig für ſie zu regen begann, oder wenigſtens eine beziehungs⸗ reichere Converſation angebahnt; aber er wagte es nicht, auch nur durch ein Wort anzudeuten, welche Wünſche in ſeiner Bruſt erwachten; die der wahren Liebe eigene Schüchternheit beherrſchte ihn ſo vollſtän⸗ dig, daß er ſich damit begnügte, ihr von Zeit zu Zeit in das Auge zu ſchauen.

Eben waren ſie wieder in einer recht lebhaften Unterhaltung begriffen, als der Baron von Herzer an der Seite einiger Kameraden in das Zelt trat.

Anna erröthete leicht bei dem Anblick des erſtern, ein Gefühl des Unwillens veſchlich ſie momentan. Auch Herzer gewahrte ſie an der Seite des Grafen; ein ironi⸗ ſches Lächeln zuckte um ſeine Lippen, doch ſofort be⸗ herrſchte er ſich und grüßte den Unteroffizier mit der größten Freundlichkeit.

Gleich darauf ſchwieg die Muſik, die Damen grup⸗ pirten ſich wieder zuſammen, Anna erklärte, daß es Zeit ſei, den Heimweg anzutreten, und nach kurzer Be⸗ rathung verließen die Freundinnen zuſammen das Zelt,