Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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heit an nur den Umgang der Töchter aus den erſten Familien der Stadt genoſſen; ihre Ausbildung erfüllte die Mutter mit gerechtem Stolz, und ſo war ihr denn Gelegenheit gegeben, alles Gute und Schöne in ſich aufzunehmen. Freilich wurde ſie daheim wohl von Zeit zu Zeit daran erinnert, daß ihre Anſchauung himmelweit von der ihrer Aeltern abweiche, und es traten Momente ein, in denen ſich der Unmuth der Mutter auch gegen ſie in nicht zarter Weiſe Bahn brach; dann flüchtete ſie gewöhnlich auf ihr Zimmer und vergoß dort heiße Thränen, daß ſie nicht verſtan⸗ den wurde.

Dies war das Mädchen, dem gegenüber ſich der Freiherr von Herzer auch nicht der kleinſten Gunſtbe⸗ zeigung rühmen konnte. Er hatte ſie gleich nach ſei⸗ nem erſten Eintritt in das Haus mit der ihm eigenen Keckheit und Siegesgewißheit betrachtet und angeredet; das war genng für ihren Zartſinn, um ſie ewig von ihm ſern zu halten.

Es war Sonntag Nachmittag. Vor dem neuen Thore längs der Promenade entfaltete ſich ein buntes, vielbewegtes Bild; die Bürger feierten außerhalb der Stadt das alljährlich von Alt und Jung mit Sehn⸗ ſucht erwartete Schützenfeſt, an welchem ganz beſonders der Freude und dem Amuſement gehuldigt wurde. Eine