Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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lange Reihe von Buden zog ſich neben dem Spazier⸗ gange hin und vor jeder konnte man eine Menge Menſchen gewahren, die ihr Glück im Würfelſpiel ver⸗ ſuchten. Conditoren, Porzellan⸗ und Glaswaarenhändler, Verkäufer von allerlei niedlichen Nippſachen hatten ihre Vorräthe hinausgeſchafft und zogen die Vorüber⸗ wandernden durch die Lockung an, für einen Silbergro⸗

ſchen irgend einen beachtenswerthen Gegenſtand zu ge⸗

winnen. Bei ſolcher Gelegenheit war die Jugend aus ſämmtlichen Ständen im bunten Gewühl vertreten; die vornehmſten Damen verſchmähten es nicht, hinaus auf den allgemeinen Tummelplatz kzu eilen und die Er⸗ ſparniſſe von ihrem Taſchengelde Fortuna zu opfern. Auch Anna Liewe hatte von ihrer ſehr ſtrengen Mutter die Erlaubniß erhalten, in Geſellſchaft einiger ihrer ehemaligen Schulfreundinnen den Schützenplatz zu beſuchen. Faſt nie wurde ihr ſonſt Gelegenheit gegeben, an öffentlichen Orten ſich zu zeigen; ſo etwas hielt Frau Liewe für ungehörig und gefährlich, und auch an dieſem Tage würde ſie ihre Einwilligung zu dem erwähnten Vergnügen der Tochter wahrſcheinlich verſagt haben, wenn nicht eben mehrere höchſt acht⸗ bare junge Damen aus den erſten Familien der Stadt für die letztere gebeten hätten.