Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

Er hatte mich hundert Mal gebeten, ihn zu beſu⸗ chen, ich hatte es zweihundert Mal verſprochen; mußte doch endlich Wort halten, und ritt geſtern Morgen hinaus.

Mein Brief, der mich anmelden ſollte, war, wie ich nachher erfuhr, auf der Poſt im naͤchſten Dorf liegen geblieben, und ſo ſil ich bei meiner unerwarteten Ankunft in die wunderlichſte Scene. Ich reite auf den Hof. Ein Laͤrm aus Hundege⸗ bell, zugeworfenen Thuͤren, und Menſchenſtimmen zuſammen gewirrt, toͤnt mir entgegen. Indem ich mich naͤhere, erblicke ich auf einem Platz zwiſchen dem Hauſe und den Wirthſchaftsgebaͤuden im un⸗ vollendeten Morgenanzug mit fliegenden Haaren, die Frau Rittmeiſterin, welche von einer geſcholte⸗ nen Zofe nur ſchlecht unterſtuͤtzt, ſich vergebens bemuͤht, einem jungen Huͤhnerhund eine Morgen⸗ haube absujagen, womit er ſchrecklich umgeht. Vom Garten her kommen einige Arbeitsleute, aus dem Stall zwei große Doggen, welche ſich in den Kampf miſchen; letzteren folgt der Herr des Hau⸗ ſes. Nun ſieh, ruft ihm die Frau entgegen, den verdammten Hector mit meiner Haube! Die heil⸗ loſen Hunde machen doch nur mein uUngluͤck.

II. 2