Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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h.

Misverſtäͤndniß zwiſchen Liebenden iſt freilich nur ein Nebel, der bald verzieht; aber die zarte Pflanse wo⸗ rauf er ſiel, kruͤmmt ſich doch unter dem kalten An⸗ hauche. Was waͤr' ein Zauber, wenn er dauern koͤnn⸗ te? Daß ſie bluͤht, und verbluͤht; macht das nicht die Blume eben zur Blume; auch die herrlich⸗ ſte? Traurig; aber es iſt ſo.

Er fand in dieſen Gedanken Entſchuldigung, aber keinen Troſt; in ſeinem Herzen keinen Frieden, und bei ſich zu Hauſe nichts Erfreuliches, ſondern einen vaterlichen Brief mit lauter Vorwuͤrfen uͤber ſeine Verſchwendung und ſchlechte Wirthſchaft. Er hätte doch wenigſtens einen Wechſel erwartet, den er bei Gott noͤthiger brauchte, als die Klagen uͤber ſchwere Zeiten, neue Auflagen, Kriegslieferungen, und aus⸗

bleibende Zinſen. Konnte er ſich damit die ungebe⸗ tenen Beſucher vom Halſe ſchaffen, welche jeden Mor⸗ gen ſeine Treppe auf und niederſtiegen und mit taͤg⸗ lich verdrießlichern Geſichtern zu bemerken gaben, daß ſie nun ſchon ſeit einem halben Jahr ihre Zeit beim Herrn Baron verloͤren? Menſch, Jude! fuhr er den Levi an, welcher das weitlaͤufig zu de⸗ monſtriren ſuchte. Aber mein Wechſelchen! Schau⸗

en der Herr Baron doch nur gnädigſt das Datum.