Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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Fuͤrſt Jemanden im Jagddepartement aufruͤcken laͤßt, ſo weiß ich nicht, welcher Kammerjunker in Euro⸗ pa dabei etwas zu erinnern haben kann.

Dieſen kuͤhnen Satz beſtritt Erwin mit allen Waffen der aufgebrachteſten Heftigkeit. Aber der Großohm ſchlug alle ſeine Fechteranſtrengungen durch treffende Beziehungen auf das Herkommen und das regulirte Verhaͤltniß der verſchiedenen Hofaͤmter, ganz gelaſſen zu Boden, und der Neffe ging end⸗ lich in Verzweiflung von dannen.

Es iſt klar! rief er, ich ſoll aufgeopfert werden. Man haͤlt mich in Ungewißheit, um mich nur mehr zu erbittern. Und mein eigener Oheim ſteht an der Spitze des Complotts. Der grauſame Hohn, mit dem er mich damals auf dem Jagdſchloß zu den Actenſchraͤnken einſperrte, haͤtte mir das ſchon zei⸗ gen muͤſſen; aber ich war zu gutmuͤthig. Ich weiß auch, was ihn erbittert. Ja, wenn ich den gehor⸗ ſamen wohlerzogenen Neffen machte, ſeine Worte begierig aufhorchte, und bewundernd nachlallte, und vor jedem Schritt den verehrungswuͤrdigen Greis demuͤthig fragte: Gnaͤdiger Onkel, ſo? Rechten oder linken Fuß voran? dann waͤr' ich das liebe Kind, und kriegte ſchoͤnes Zuckerwerk und Spiel⸗