Sie wollte das Geſpraͤch im Gang erhalten, und fing einen Scherz an, den ſie aber ſchon bei den erſten Worten unpaſſend fand, und deshalb nur verdreht und ohne Sinn zu Ende brachte. Erwin ſah betroffen weg; ſie fuͤhlte ſeinen Blick, laͤchelte ſo ſchmerzlich als kaum der Gram weinen koͤnnte, und fuhr mit der Hand uͤber die Augen.— Er trug die verhaltene Pein ſo nicht laͤnger und ging fort, hinuͤber zum Hofmarſchal, der ſich ſehr ver⸗ bindlich freute, den lieben Vetter wohl zu ſehen.— Das bin ich gar nicht, erwiderte Erwinz ſondern ſo unwohl, unruhig, unzuͤfrieden, wie nur ein Ideal der Misſtimmung es zu ſehn vermag. Nun klagte er dem Großohm ſein ganzes Leiden; wel⸗ ches um ſo haͤtter ſey, da ihm mit der Verzoge⸗ rung feiner Ernennung offenbar nur abſichtlich weh gethan werden ſolle; denn es verſtehe ſich ja doch ganz von ſelbſt, daß Wolf, der ſpaͤter in Dienſt gekommen, ihm nicht vorgezogen werden koͤnne. Verſteht ſich von ſelbſt? wiederholte der Alte in ſeiner trockenen Manier, womit er ſich wie mit ei⸗ ner duͤrren Rinde umgab und Anderen die Haut wund rieb:— Deſto beſſer fuͤr Sie. Aber hier iſt von Vorzug ja gar nicht die Rede, denn wenn der
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