Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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die Muͤhe, ich weiß alles! ſagte dies Auge. Pa⸗ ſer und Wolf traten herein. Werden Sie auch eiferſuͤchtig Beſter? lachte Adamine ihrem Braͤu⸗ tigam entgegen; hier iſt ein Herr der mit ſeinen Kuͤſſen den Damen faſt die Finger verbrennt. O, das muß ich probiren! ſäuſelte Herr von Paſer, bemächtigte ſich ihrer andern Hand, und legte ſie auf ſeine Bruſt: Hier, meine Theure, flammt eine ganz andre Glut; nein wahrlich, ich finde Ihre Hand ſogar kalt dagegen.

Ja, ſagte Wolf, der Vetter hat ja auch die Linke gekuͤßt.

Erwin begegnete dem neuen Jaͤgermeiſter nach deſſen Avancement zum erſtenmal. Er fuͤhlte, daß er ſich bezwingen mußte, ihm daruͤber ein paar Worte zu ſagen, welche, wie kalt ſie auch heraus kamen, doch von Jenem recht warm aufgenommen wurden. Nachher ging man etwas verlegen um ein⸗ ander herum. Das erklaͤrte Brautpaar flͤſterte im Fenſter; das heimliche ſah ſich an, ſprach einige un⸗ bedeutende Worte, ſchwieg, ſeufste und empfand den Unterſchied ſehr tief. Valerie war blaß, ihr Blick irrte ungewiß umher; das flach geſcheitelte Haar gab ihr das fremde Anſehn einer Kranken.