229
worden, gewann das verbuͤndete Heer ein großes Lerrain durch den einſtimmigen merkwuͤrdigen Aus⸗ ſpruch: daß die Gegenpartey durchaus Unrecht haͤtte; woruͤber man jedoch im Grunde ſchon vor einer guten Weile eben ſo einig geweſen war. Nebenher ward auch von Napoleons Zug gen Norden, und dem Kriege mit Rußland geſprochen. Nach einer vor wenig Stunden auf diplomatiſch zuverlaͤſſigem Wege eingegangenen Nachricht war der Ausbruch gewiß. Weil aber Weltereigniſſe und allgemeine Angelegen⸗ heiten der Menſchheit fuͤr einen Theecirkel kein Ge⸗ genſtand ſind, ſo ging der Strom der Rede nur leicht daran hin, und ſchaͤumte eifriger in ſein breites Bett zuruͤck, um den bunten Shawl gleich einer Ad⸗ miralsflagge weiter zu treiben.
Serraval ſaß dem Getuͤmmel ſchweigend zur Seite. Nur, wenn die Glut der Leidenſchaft etwas
niederzuſinken drohte, warf er behende wieder die
Dornenwelle eines ſcharfen Worts hinein, und lachte, wenn Funken und Flammen abermals aus den ſpitzi⸗ gen Stacheln hitzig und knitternd herausfuhren.
Frau von Lambiel, ungeduldig uͤber das end⸗
loſe Zappeln in den leeren Worten, und uͤber Ser⸗
ravals mehr paſſive Haltung, verlangte von ihm


