Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

fragte der Landrath. Im Vorhauſe begegnete mir ſein Reitknecht, verſetzte der Major; iſt's denn ſo eilig, daß er einen eigenen Boten ſendet? Er ſchildert wenigſtens die Umſtaͤnde ſo; hier, lies ſelber. Mit dieſen Worten gab der Landrath den Brief an ſeinen Bruder, welcher ihn ſchnell uͤberlief und mit der Frage zuſammenlegte: Was denkſt Du zu antworten? Das eben war es, woruͤber der Landrath mit ſich ſelbſt noch nicht einig werden konnte; auch ſchien die Antwort in ihren Folgen wichtig genug, um vor der Entſcheidung ſtille zu ſtehen und den naͤchſten Schritt zu bedenken.

Herr von Malorne konnte allerdings fuͤr einen maͤßig wohlhabenden Beſitzer gelten, wenn man ſein Talent zur beſonnenen Wirthſchaftsfuͤhrung auch als ein zinſentragendes wohlbelegtes Capital anſchlug. Mit ſeinen beiden Soͤhnen aus verſchiedenen Ehen bewohnte er ein Landgut, welches, von der Mutter des Juͤngſten zugebracht, dereinſt deſſen Erbtheil ausmachte. Dem aͤltern Bruder haͤtte ſolche Beguͤn⸗ ſtigung ein Erdengluͤck geſchienen, hinter welchem

er kein ferneres Ziel geſucht haben wuͤrde. Die Neigung zu thätiger Zuruͤckgezogenheit leitete ihn fruͤh auf die einſamen Pfade des Waldlebens. In