—
1
Der alte Landrath von Malorne legte den Brief nieder, welcher ihn den ganzen Abend hindurch be⸗ unruhigt hatte, und ſtand auf. Sein Blick fiel in den Spiegel. Nachdenklicher iſt wohl nicht leicht Jemand, als ein Vater, der, ſein weiſſes Haupt anſehend, die vergangenen Jahre und die wenig noch kommenden zaͤhlt, in denen er fuͤr ſeine Soͤhne ſorgen kann. Er trat ans Fenſter, und ſah drauf⸗ ſen das weite Thal, Wald und Gebirg von Mond⸗ hein und Herbſtnebel umfloſſen, ein Bild tiefer Bewegung, von wehmuͤthiger Sehnſucht weniger beſaͤnftigt, als 5 Aus dieſen Betrachtungen weckte ihn der Eintritt ſeines Bru⸗ ders, der von der Jagd heimkehrte.— Nun, ſagte der Major, der alte Onkel laͤßt auch keine Ruhe. Was gilt's, er fordert Dein Ultimatum binnen hier und Sonnenaufgang?— Woher weißt Du ſchon? 1


