Teil eines Werkes 
41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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auf einen Hügel an der Kirchenmauer, und ſprach:Dort liegt der Schatz, dort ſah ich ihn im Geiſte; grabt, und der Herr ſtehe uns bei.

Sie ſchlichen näher, aber wie vorſichtig ihre Tritte wa⸗ ren, ſo jagten ſie doch eine Geſtalt auf, die auf dem Hügel lag, und ſcharrte. Das fremde Weſen, gelblich ſchimmernd vor der ſchwarzen Kirchenmauer, ſtieß einen Laut aus, wie ein dumpf Gebell, fuhr ſtracks davon, verſchwand plötzlich.Was war das? fragten die Schatzgräber untereinander, und der Alte ſchwor, es ſey der Zauberhund geweſen, und Anshelm zitterte, wie einer, der ein Geſpenſt geſehen, und Lutz ſagte trocken:Das war ein grimmer Wolf, der auf den Got⸗ tesäckern ſeine Atzung ſucht, wenn ihm das Wild im Forſte mangelt. Ungläubig ſchüttelten die andern die Köpfe, be⸗ theuerten, der Unhold ſey im Boden verſunken, während Lutz meinte, es ſey ihm vorgekommen, als wäre das Thier in eines der Löcher des Gewölbes geſprungen.Gleichviel, rief endlich Anshelm, von ſeiner Furcht ſich ermannend:Ge⸗ ſpenſt oder Thier, uns kümmert's nicht. Das Ungethüm wird uns in Ruhe laſſen. Greif an, friſch an's Werk, da, wo die Krallen des Höllengeiſtes einſchlugen. Betet, mein Vater. Und der wundergläubige Alte that's, und murmelte geheim⸗ nißvolle Sprüche, während die Hacken den Hügel zerriſſen.

Am entgegengeſetzten Ende des Kloſterzwingers, über die niedrige Mauer des Gartens gebückt, ſtand zu derſelben Friſt der lauernde Heinz, und lockte mit leiſem Pfiff in den Wald hinein, bis die Spießgeſellen ihm daraus antworteten, und mit Diebsſchritten herantraten, den Platz zu erreichen, wo ihre Kundſchaſter den leichteſten Uebergang gefunden. Heinz rief ihnen dumpf entgegen, daß ſie ohne Geräuſch einſteigen möchten; er wolle voraus gehen, ſchlüpfen in das ſtille Haus, und mit geſchicktem Meißelſchlag das Pforten⸗