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könnt nicht ſchlafen, und ich vermag es auch nicht. Die Nacht iſt ganz ſtumm, der Mond liegt hinter den Wolken, ſpendet ein mäßig Licht. Da der Bruder noch ferne weilt, wollten wir nicht zum Friedhof ſteigen, und den Schatz erheben? Hier iſt Schaufel und Bickel, ich und Lutz haben rüſtige Arme, Ihr zeigt den Ort und ſprecht das Gebet.“— Der blöde Greis lallte entgegen:„Wohl recht, doch fehlt mir leider das Buch, und die Jungfrau, und das Zeichen Salomonis—„Ei was,“ ſpottete Anshelm voll Habſucht und Begierde:„ſo der Schatz in jenem Grunde liegt, wird er ſich ohne Zauberſegen, ohne Jungfrau finden laſſen. Hier Euer Mantel, zieht die Kappe über die Ohren. Wickelt Euch genüglich ein, denn die Luft iſt rauh, aber bald gethan iſt das Werk.“— So ſchlichen ſie von dannen, Vater und Sohn, und der ſtaunende Lutz trug Haue und Schaufel, und verſtand nicht, was da werden ſollte. Als ſie jedoch zur Kirchhofthüre kamen, und einander mühſam über das Gatter lüpften, ſegnete ſich der Knecht und ſeufzte, ob nicht vielleicht ein Teufelswerk hier im Spiele ſey. Ans⸗ belm fuhr ihn hart an:„Schweig, unnützes Maulthier. Ste⸗ hen wir nicht auf geweihtem Boden? iſt ein Hexenmeiſter bei uns? mißgönnſt Du etwa Deinen Herren das ſchimmliche Geld, wonach ſie graben wollen 2“— Lutz antwortete fromm: „Sprecht nicht alſo, Herr. Die eigne Wohlfahrt iſt mir nicht halb ſo werth, als die meines Junkers und des alten Herrn, und die Euere. Habe ich nicht ausgekundſchaftet, wo das Ge⸗ lichter, welches den ſeligen Herrn von Zavelſtein nach ſeinem Tode beſtahl, vorüberfuhr? gebietet alſo, wenn ener Werk von Gott iſt, und mein Junker nicht dabei verkürzt werden ſoll.“—„Jedem ſein Theil,“ brummte Anshelm:„Vater, ſchaut um Euch, weiſet uns die Stelle.“— Der Alte forſchte umher mit ſeinen ſchwachen Augen, die von der Arzneidoktorin ſich erheitert hatten; er zählte die Buchenbäume ab, deutete


