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41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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Grabtücher, mein Sterbehemd iſt fertig, und ich trage es auf dem Leibe!

Euſtachia's Stimme kreiſchte empor:Betet, liebe Schweſtern, betet Roſenkranz und Paternoſter, ſagt das Nacht⸗ gebet, denn der böſe Geiſt redet aus dem Fallſüchtigen! Auf dieſe Mahnung drehten die Weiber dem Unglücklichen den Rücken zu, und begannen vor dem Kruzifir Vaterunſer und Ave zu plärren. Poppele konnte das Gebet der Weiber nicht aushalten, warf die Kunkel hin, lief aus dem Saale; ſuchte jedoch nicht ſeine Schlafſtätte in der Mauerblende, aber auf Giſela's Schwelle, denn die Oberin ſchlief ſeit einigen Tagen, um ungeſtörter zu ſeyn, nicht in der Mitte der Scheſtern. Hailwig verordnete, daß die Lichter aus⸗ gelöſcht würden, ſchaute nach, ob alles wohl beſchloſſen war, und die Nonnen ſammt und ſonders ſchlüpften unter ihre Decken, fanden lange keinen Schlummer ob der Furcht, die ſie empfunden. Als nach und nach die müden Augenlieder zugingen, träumte manche von ihrem Sterbehemde und vom jüngſten Gerichte. k*

Da nun im Kloſter ſich nichts mehr regte, als der Brunnen plätſchernder Fall, wurde nach und nach die ſtille Mühle lebendig. Zuvörderſt huſchte der Müller von ſeinem Lager auf mit böſen Gedanken, und er dachte bei ſich: Die Nacht iſt hell, meine frommen Pilgergäſte ſchnarchen, der Weg nach Gomadingen iſt nicht weit, und wenn ich jezo hin⸗ ginge, das Haus des Kornhändlers anzuſtecken, der meine Kundſchaft verhetzt, und zu andern Mühlen verlockt, ſo könnte ich wieder zurück ſeyn, ehe man des Brandes inne wird. Nun warf ſich der Böſewicht in die Kleider, ſteckte zu ſich Schwefelfaden und Stein, und wiſchte aus dem Hauſe.

Kaum war er fort, ſo ſtieß in der Gaſtſtube der Ritter Anshelm ſeinen Vater an, und raunte ihm behutſam zu:Ihr