Teil eines Werkes 
41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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zählen, wie ich's von der Mutter Simplicia gehört. Die Nonnen ſahen ſich fragend an, aber Poppele ließ ſich nicht irre machen, fuhr geheimnißvoll fort:Die Weiber im Klo⸗ ſter mochten ſich kaum der todten Schweſter erwehren, und der Student war von Hunger zerriſſen, weil alles zum Un⸗ rath wurde, was er berührte. Auch konnte er nicht ſterben, und des Leichnams verluſtig ſeyn, in welchen er gebannt war. Darum rief er den Teufel, daß er ihn tödte, und der Böſe wollte es thun, aber nur, wenn der Student alle Weiber im Kloſter der Hölle theilhaftig machte. Er ſollte hin⸗ gehen und ſie abſchlachten, ehe ſie gebeichtet hätten, damit ſie voll Sünden wären, wie Herodes voll Ungeziefer. So ſteckten ſie einsmals beiſammen, juſt wie heute ihr's thut, geſchorene Weiber, und ſpannen und ſchwatzten, und eine jede ſpann ihr Todtenhemd....«

Schweig, ſchweig, häßlicher Geſell! ſchrieen die Non⸗ nen voll Abſcheu, und ſprangen von ihren Stühlen:zieh ab, Spätzlifreſſer, Du beſeſſener Knecht, denn ſchon iſt der Mohd drei Viertel alt, und Deine Zunge ſchwatzt Wahnſinn und Tod! Poppele entgegnete finſter und wie ein Pro⸗ phet:Wohl iſt der Mond drei Viertel alt, und ehe er voll ſcheint, wird des Elends über euch gekommen ſeyn ein voll⸗ gerüttelt Maaß. Manch eine von euch hätte beſſer ihr Tod⸗ tenhemd angelegt, als daß ſie hinfährt in zeitlicher Schmach und ewiger Verdammniß. Worauf die Nonnen klagten: Verſchließt ihm doch das böſe Maul, Mutter Hailwig. Seht, wie er ſich ſtreckt, als ſtände er aus dem Grabe auf! Er macht uns einen Spuk für, daß wir vor Angſt erſtarren. Ehe Mutter Hailwig dem Jüngling ihre Gewalt zeigen mochte, rief er wild:Wehe euch, wenn ich zur Grube fahre; denn ich werde daraus hervorſteigen alle Nächte, ohne Unterlaß euch zu peinigen, wie ihr's verdient. Spinnt euere